„Mich hat besonders schockiert, dass der Onkel sich auf der Flucht in einem Ölfass verstecken musste“, so Finn, Schüler der 7. Klasse an der IGS Goetheschule, nach seinem Besuch im missio-Fluchttruck. Am letzten Donnerstag, den 21.03.2019, besuchte der  7. Jahrgang der IGS Goetheschule die multimediale Ausstellung „Menschen auf der Flucht“  des missio – Internationales Katholisches Missionswerk e. V. im Rahmen des Projekts „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“. 

Das Schicksal von Flüchtlingen ist für Jugendliche oft schwer zu begreifen. Der missio-Fluchttruck soll Schüler für das Thema Flucht und Vertreibung zu sensibilisieren.

Mittels acht schicksalhafter Biografien schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Bürgerkriegsflüchtlingen aus der Demokratischen Republik Kongo. Da ist zum Beispiel der 15-jährige Junge, der später einmal Fußballspieler werden möchte, dessen Traum jedoch je zunichte gemacht wird, als Rebellen sein Dorf überfallen und wild um sich schießen. Schnell ist klar, dass die Flucht aus der Heimat, der einzige Weg ist, um zu überleben. Jede Sekunde zählt. Jetzt muss sofort entschieden werden, welche Dinge für die Flucht eingepackt werden. Durch Biographie-Karten mit QR-Codes trafen die Schüler die unterschiedlichsten Entscheidungen, was unbedingt mitgenommen werden sollte. Als unverzichtbar galten der MP3-Player oder eine Flasche Wasser. Später erfuhren sie, dass wichtige Dokumente, wie Pass und Zeugnisse, überlebenswichtig und später nicht zu ersetzen sind. Weitere Spiel- und Hörstationen verdeutlichten wichtige Etappen und Gefahren des Fluchtweges. Im Anschluss an die Ausstellung, die sehr einem Computerspiel ähnelt, erfuhren die Schüler in einem Workshop wie Flucht und Migration in Ostafrika mit ihrem Handy und den darin enthaltenen Rohstoffen zusammenhängen. Im Osten des Kongos kämpfen Milizen um die Vorherrschaft in den Coltanminen. Coltan ist ein Rohstoff, der in Handys vorkommt, damit diese nicht überhitzten. Durch illegale Verkäufe von Coltan finanzieren die Rebellen ihren Krieg. Viele Schüler zeigten sich sichtlich betroffen und äußerten, sie wollten ihr altes Handy spenden, damit es recycelt werden könne. 

Den Abschluss des Projekts bildete die Aktion „Peacezeichen“, mit welchem die IGS Goetheschule Kaiserslautern als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein Zeichen für ein friedliches Miteinander aller Menschen setzte.

Wir möchten uns herzlich bei der Berufsbildenden Schule I für die Organisation der Ausstellung und die Möglichkeit diese besuchen zu dürfen, bedanken.

Text: Frau Thiekötter

Bilder: Herr Dr. Piechaczek