Besuch der Gedenkstätte Natzweiler/Struthof

Die IGS Goetheschule in Kaiserslautern nimmt am Projekt „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“ teil.SOR-SMC

Deshalb war es uns 10. Klässern wichtig, nach der Bearbeitung des Themas „Drittes Reich“ ein Konzentrationslager zu besuchen, um sich noch einmal eigene Eindrücke zu machen und um besser nachvollziehen zu können, wie schlimm es damals für die Insassen gewesen sein musste.

Alle drei 10. Klassen trafen sich früh morgens an der Schule.

Mit dem Bus ging es dann drei Stunden Richtung Frankreich. Unser Ziel war das KZ Struthof.

Die erste Zeit war die Stimmung sehr gelassen und heiter, doch je näher wir unserem Ziel kamen, desto ruhiger wurde es in unserem Bus. Als wir langsam aus dem Dorf einen Berg hoch fuhren, erzählte uns der Busfahrer, dass die Häuser, die wir jetzt rechts und links von uns sehen, die Häuser seien, die damals für die Offiziere gebaut wurden. Es war erschreckend, wie viele das doch waren.

Der Weg ging immer ein Stück steil nach oben und dann kam direkt eine Kurve. Ab der dritten Kurve dachte ich hinter jeder darauffolgenden, dass wir nun oben seien, doch die Nazis bauten das KZ ganz oben im Wald auf dem Berg.

Den Höhenunterschied konnte ich nicht nur durch das Fenster sehen, sondern auch an dem Druck in meinem Ohr fühlen. Im ganzen Bus war es ruhig, denn jeder wusste, hier mussten die Insassen, die oft alt, krank oder schon fast verhungert waren, hoch laufen.

Oben angekommen stiegen wir aus dem Bus aus und liefen zum großen Eingangstor.

Dort machten wir erst einmal halt.

Viele von uns betrachteten die Aussicht und das KZ von der Seite.

Es ging einen Hang hinunter und eigentlich steht es mitten im Wald, doch der wurde im Dritten Reich, um für das KZ Platz zu schaffen, großflächig gerodet.

Das KZ selbst war kleiner als ich erwartet hatte, aber doch schon so wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ein doppelter, sehr hoher Stacheldraht-Zaun rings herum um das KZ, überall an den Seiten hohe Türme in denen die NS- Offiziere Wache hielten und die Gefangenen erschossen, wenn sie nicht das taten, was erwartet wurde.

Was besonders auffiel war das riesige Denkmal hinter dem KZ. Es war ein großer, geschwungener, weißer Stein auf dem ein abgemagerter Mensch abgebildet war.

Dann gingen wir auch schon in der Gruppe vor das Tor, um es genauer zu betrachten.

Da die Führungen durch das KZ nur auf Französisch waren und die wenigsten von uns Französisch sprechen und verstehen, hatten unsere Lehrer die Idee, Zitate von Zeitzeugen an die Schüler zu verteilen und sie diese an den entsprechenden Orten laut vor lesen zu lassen, um den Gefangenen eine Stimme zu verleihen. Da diese Zeitzeugen wir
klich in dem KZ Struthof waren, wurde mir in vielen Momenten etwas unwohl, besonders als einer genau beschrieb, wie er den langen steilen Berg hoch laufen musste oder von dem kalten Zugwind sprach, den wir alle auch spürten. Unsere zweite Station war der Galgen, der noch original aus der Zeit stammte.

Weiter liefen wir den Berg hinunter zu den zwei untersten Gebäuden. Das eine Gebäude war das Krematorium. Wir erkannten es an dem großen, hohen Schornstein, der in einem Zitat beschrieben wurde.  Dort wurden die Leichen verbrannt und damit wurde dann das Wasser in den nebenan liegenden Duschen geheizt.

Das zweite Gebäude war die Krankenstation, die ja weniger eine Krankenstation, als ein Menschenversuchslabor. In diesem Zitat erzählte ein Insasse, dass er von einem „Arzt“  eine Spritze bekam und nach wenigen Minuten den Befehl hatte geradeaus und dann nach rechts zu gehen, doch er taumelte nur und lief nach links, obwohl er nach rechts gehen wollte.

Leider war keins der Gebäude begehbar, um sich weitere Eindrücke zu verschaffen. Wir liefen wieder den Berg nach oben. Oben angekommen war ich schon von dem kleinen Stück erschöpft und wieder dachte ich dran, dass früher hier die Menschen gezwungen wurden hungrig, müde, krank, erschöpft und oft mit schweren Lasten im Eiltempo hochzulaufen.

Dann bemerkten wir zum ersten Mal hunderte von Kreuzen, die Nahe dem Denkmal über dem KZ waren. Es handelte sich um Gedenkkreuze für diejenigen, die in diesem KZ gestorben sind.

Nun durften wir uns aufteilen. In einer Gruppe ging ich in das Museum, das in einer alten Baracke war.

Dort gab es eine Menge interessanter Bilder und Modelle anderer Konzentrationslager. Später sah ich mir noch von außen die Villa des KZ-Leiters an. Im Vergleich zu den Baracken war sie riesig.

Doch dann mussten wir auch schon los.

Leider blieb uns für die Besichtigung der Gaskammer keine Zeit.

Nach diesem Besuch bin ich dankbar, dass wir nicht mehr in einer solchen Diktatur leben müssen und dass dafür gesorgt wurde, dass es nicht mehr möglich ist in Deutschland eine Diktatur zu errichten. Ich finde, dass jeder Mensch einmal ein KZ besucht haben muss, aus Respekt und Solidarität den Opfern gegenüber.

Leonie Brügmann, 10b

 

Konzentrationslager Natzweiler / Struthof

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